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Bayrischer Hof wird dem Stadthotel Hansjakob weichen

»Schandfleck« verschwindet aus Stadtbild

Abriss | Bayrischer Hof wird Hotel

Ein Aushängeschild fürs Haslacher Stadtbild ist der Bayrische Hof nicht gerade, auch wenn er sich an exponierter Lage befindet. Bald aber soll sich das ändern. Inhaber Peter Ullmann plant dort einen Hotelneubau.

Bei einem Pressegespräch in den Räumen der Firma Uma in Fischerbach informierten die Beteiligten über den Planungsstand des Vorhabens: Arnold Schmid und Marion Eisele vom Haslacher Architekturbüro Innovativ-Schmid, Peter, Jochen und Alexander Ullmann als Investoren, Stadtbaumeister Roland Wacker und Haslachs Bürgermeister Philipp Saar.
»Für mich läuft das Projekt bereits seit 2011«, blickte Schmid zu Beginn der Vorstellung zurück. Der Verkauf an Ullmann sei Mitte 2014 erfolgt, seitdem sei die Planung in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Haslach erfolgt. »Jetzt haben wir einen guten gemeinsamen Weg gefunden«, freute sich Schmid. Anstelle des Bayrischen Hofs – der in seiner aktuellen Anmutung eher als Schandfleck denn als »schöne Visitenkarte« durchgeht, wie Schmid ausdrückte – soll in Zukunftein Hotel Garni Gäste begrüßen: Das »Stadthotel Hansjakob«. Es soll über 31 Einzel- und Doppelzimmer verfügen. Insgesamt hat es eine Fläche von 1643 Quadratmetern auf dreieinhalb Etagen, alle sind barrierefrei erreichbar. »Zunächst hatten wir auf dem Areal über Wohnbau nachgedacht«, gab Peter Ullmann zu. Jedoch habe die Stadt signalisiert, dass sie nach einer Möglichkeit suche, Raum für Übernachtungsgäste zu schaffen.  Stadtbaumeister Wacker ging auf die Frage ein, ob sich das Denkmalamt beim geplanten Abriss noch einschalten könnte. Dieses sei bereits im Bilde und stufe den Bayrischen Hof nicht als Kulturdenkmal als Einzelgebäude ein, womit dem Abriss nichts entgegen stehe. Dass der Neubau sich ins Stadtbild einfügen müsse, sei selbstverständlich.
Mit dem Hotelneubau bewegten die Investoren sich gegen einen allgemeinen Trend, erklärte Schmid. »Allerdings zeigt der Markt bei uns, dass durchaus Bedarf besteht.« Ohne die städtische Touristikförderung sei das Projekt jedoch nicht möglich. Für jedes neugeschaffene Doppelzimmer für Übernachtungsgäste schießt die Stadt Haslach 10 000 Euro zu, gedeckelt ist die Summe gemäß Gemeinderatsbeschluss im April 2016 bei 300 000 Euro. Die Investoren erwarten, dass insbesondere Geschäftsreisende das Hotel nutzen werden. »Das ist hervorragend. Die Stadt braucht’s wirklich dringend«, freute sich Bürgermeister Saar. Gerade im Stadtgebiet gebe es bedauerlicherweise so gut wie keine Übernachtungsmöglichkeiten. Von der Nähe zur ortsansässigen Gastronomie erhofft der Investor sich Synergieeffekte. »Wir wollen keine Konkurrenz schaffen«, betonte Peter Ullmann. Gleichzeitig betrachten die Planer die Fluktuation in der Haslacher Gastronomie mit Sorge. Saar dagegen zeigte sich optimistisch. Die Rahmenbedingungen der Stadt seien gut; und so weit dieKommune Gastwirte unterstützen könne, werde sie das tun. »Gleichzeitig kann ich aber auch niemandem verbieten, sein Geschäft aufzugeben«, verdeutlichte er.  Das Hotel selbst soll in der Inneneinrichtung einen deutlichen Heimatbezug erhalten, betonte Peter Ullmann. »Wir wollen es wohnlich machen und den Gästen den Schwarzwald bieten.«
»Für die Stelle an dem Ort passt das wirklich wie die Faust aufs Auge«, betonte Saar hinsichtlich der vorgestellten Pläne abschließend.

Zeitplan

Noch ist die Baugenehmigung nicht erteilt. Trotzdem haben Architekt und Investor einen groben Zeitplan im Auge. Dieser sieht vor, dass spätestens Anfang des kommenden Jahres der Abriss erfolgen soll. Für den Baubeginn wird Mitte 2018 anvisiert, eröffnet werden soll das »Stadthotel Hansjakob« im Laufe des Jahres 2019.

Copyright Schwarzwälder Bote vom 25.08.2017 von Lisa Kleinberger

Zeitungsartikel: Schandfleck verschwindet aus Stadtbild.pdf (1,6 MiB)

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